Fortschritte im Divit

 Es ist schon Mai. Die Zeit verfliegt wie im Flug. Die Tomaten sind schon gepflanzt und auch die Gurken, Zucchinis und die ersten Paprika. Ich habe Unmengen Tomaten, nachdem ich selbst 6 Sorten gesaaet hatte, hat Sandy, ein Englaender, der ein bisschen weiter die Landstrasse runter wohnt mir noch Tomaten, die er nicht braucht vorbeigebracht. Ich denke ich werde mich demnaechst mit einigen Lauch- und Celeriepflanzen revanchieren. Simon hat in Sandy auch seinen ersten echten Schachpartner gefunden. Sonst spielt er immer nur im Internet. Wir haben auch noch David kennengelernt, oder bessergesagt er hat uns kennengelernt. Wenn ich im Gemuesegarten arbeite sehe ich immer die Autos, die vorbeifahren und in einer so kleinen Ecke wie bei uns merkt man bald wer staendig vorbeifaehrt. Man faengt sich an zuzuwinken. Und eines Tages hat das Auto von dem Hippy der immer vorbeifuhr angehalten und David stieg aus. Wir fangen nun also endlich an mal Leute kennenzulernen. Es ist schon lustig, wir kennen noch nicht so viele, aber viele kennen uns, denn was wir hier so treiben, scheint ein bisschen Landgespraech zu sein. Wir haben inzwischen auch einige der Handwerker kennengelernt, die unser Haus renovieren werden. Wir haben den Maurer, den Zimmermann, den Dachdecker und den Terassierer schon ausgewaehlt, auch Heizungsbauer, Elektriker und Wasserinstallateur stehen fest. Im ganzen sind das aber trotzdem nur vier Firmen. Wir hoffen, dass das uns die Arbeit etwas einfacher macht. Und bald wird diese Arbeit auch losgehen. Wir warten noch immer auf die Bauerlaubnis, der Denkmalschutz laesst sich etwas Zeit, etwas viel Zeit, aber das ist wohl ueberall gleich. Aber Ende Mai koennen wir wohl anfangen. Und das bedeutet, dass Simons Arbeit in den Haeusern noch lange nicht abgeschlossen, aber schon sehr weit vorgedrungen ist. Er kann sehr stolz auf seine Arbeit sein, denn er hat wirklich wunderschoene Waende hinter den Doppelten Waenden und dem Zementputz zum Vorschein gebracht. Und, wie ich schon angedeutet habe, der Gemuesegarten macht natuerlich auch seine Fortschritte. Nachdem wir eine trockene Periode von zwei Monaten hatten, in denen wirklich kein Tropfen Regen fiel, haben wir jetzt ein gutes durchwachsenes Wetter mit Sonnenschein und immer mal wieder Regen. Wahrend der Trochenzeit haben wir unseren Brunnen richtig zu schaetzen gelernt, da wir den Garten nur mit Brunnenwasser giessen (kostet nix!). Mein Vater war zu besuch und er hat uns eine tolle Pumpe geschenkt. Sie pumpt mit einem Superdruck das Wasser aus dem Brunnen, das giessen wurde gleich sehr viel einfacher. Allerdings mussten wir merken, dass die Welt halt doch ein geschlossenes System ist. Kein Regen bedeutet, dass auch das Grundwasser absinkt, und vor kurzem war der acht Meter tiefe Brunnen dann doch mal leer. Aber die Natur hat dann unsere Bitten erhoert und uns den Regen geschickt. Der Brunnen hat nun wieder ungefaehr drei Meter Wasser und wir muessen noch nicht wieder giessen und alles waechst. Der Gemuesegarten ist jetzt schon voll von lauter kleinen Pflanzen. Allerdings haben die uns schon kleine Sorgen bereitet. Zum einen, da viele von den kleinen Pflanzen sich Unkraut nennen und kleine Insekten die anderen Pflanzen, speziell die Erbsen aufzuessen drohten. Aber mit ein bisschen Brennesselsuppe und den seit Anfang Mai auftauchenden Marienkaefern, bin ich zuversichtlich, dass wir den Kampf um die Erbsen gewinnen werden. Fuer die Bohnen habe ich bereits ein Geruest gebaut (in Form eines Schiffes, ich bin ganz stolz:-), an dem sie nun froehlich hochranken koennen. Mit meinem Vater konnten wir uns dann auch schon ueber die ersten Produkte aus dem Garten freuen, die Radieschen waren schon so weit, dass wir wunderbaare Weisswurstfruehstuecke machen konnten, denn mein Vater hatte alle anderen Notwendigkeiten fuer dieses Festmahl aus Deutschland mitgebracht. Das ist uns wohl von dem Monat, den wir nach unserem ersten Weg in Miesbach in meiner alten Wohnung verbracht haben geblieben. Mein Vater hatte auch allen moeglich deutschen Aufschnitt mitgebracht und wir hatten jeden Tag ein herzhaftes, deutsches Fruehstueck. In Frankreich gibt es nicht viele Aufschnittsorten und sie sind auch alle verdammt teuer. Und da zu einem ordentlichen Fruehstueck auch ein Ei gehoert, waren die Huehner uns gnaedig und haben sich an die Massenproduktion begeben. Fast jeden Tag konnten wir eigene Eier essen. Bald kommt Simons Bruder Antoine, ich denke, dass dann die ersten Salatkoepfe bereit zum Ernten sein werden. Im Juni sind dann die ersten Kirschen reif, und wir koennen bereits den Aepfeln beim Wachsen zuschauen. Wenn die gelben Kirschen hinter der Pinie reif sind, bedeutet es, dass wir seit einem Jahr hier sind. Wieviel hat sich in dieser Zeit hier doch veraendert. Das Gestruepp und Kopfhohe Gras sind Vergangenheit und es erstrecken sich Nutzgaerten, Rasen- und Wiesenflaechen, wo vorher ein fast undurchdringbarer Jungle war. Ich denke, dass wir im Sommer kein Gemuese mehr kaufen muessen, und mit den Eiern zusammen werden wir dann wohl haeufig die Fruechte unserer Arbeit geniesen koennen.

Comments are closed.