Es gibt so viel zu erzählen…

…und das Telefon ist immer noch kaputt. Diese Woche wurde auf dem Bauernhof ein Schwein geschlachtet, ich habe von A bis Z zugeschaut und es war super interessant. An einem Schwein ist fast alles verwertbar. Es wurde Pastete und Würstchen gemacht und natürlich alle erdenklichen Fleischstücke. Ich hätte zu gerne Bilder veröffentlicht, aber naja. Es war sicherlich nicht das letzte Schwein, was geschlachtet wird. Natürlich haben wir das Fleisch auch probiert, wir hatten Koteletts, Côte d’echine (ich habe keine Ahnung, was das auf deutsch heisst) und Würstchen. Es gibt wirklich keinen Vergleich zu den Sachen, die man im Supermarkt kauft.
Simon und ich hatten schon vorher immer mal wieder drüber geredet, und vielleicht werden wir später auch immer mal wieder ein Schwein mästen, da wir eine kleine Lichtung im Wald haben, wo es sich wohlfühlen würde. Schauen wir mal.

Auch von den Hühnern habt ihr noch kein Bild gesehen, aber inzwischen gehen sie freiwillig gerne nach draußen. in ihrem Gehege haben wir zwei Bäume gepflanzt, mal schauen ob sie was werden, denn wir haben es uns sehr einfach gemacht. Wir haben uns im Wald einen Ahorn und eine Buche ausgesucht, beide ungefähr 50 cm hoch, sie dort ausgebuddelt, und bei uns eingebuddelt. Wenn sie was werden, können wir sie in 20 Jahren vielleicht für das Feuerholz wieder fällen.

Auch unser Feld ist jetzt gepflügt, Gras gesäät und Simon hat alles gewalzt mit einer Walze vom Bauernhof, die sicher schon das vorletzte Jahrhundert gesehen hat. Aber es ist jetzt alles ganz propper.

Bald gibt es sicherlich wieder Fotos. Bis Bald!

Telefon kaputt

Seit einer Woche ist das Telefon kaputt und unser Ersatztelefon hat die Software mit der ich blogge, leider nicht. Also gibt es derzeit keine Bilder, obwohl wir doch so viel machen. Wir haben den Zaun für die Hühner gebaut, haben die Hühner jetzt schon seit einer Woche, ich habe Nüsse gesammelt, Simon hat Holz gesägt und den Hof von den restlichen Zweigen befreit, der Brotbackofen hat seine Mütze von Brombeeren verloren, der Herbst ist gekommen, wir haben die ersten selbstgesuchten Maronen gegessen und soweiter und soweiter.

Bald ist das Telefon aber wieder repariert, und dann wird ganz viel bloggen nachgeholt.

bis Bald!

Traurig Traurig

Heute haben wir uns von unserem Nachbarn Henry in der Kirche von Bieuzy verabschiedet. Er war vor etwas mehr als einer Woche unerwartet im Alter von 63 Jahren gestorben.

Geschichte

Ich habe einige Recherchen über unser Dorf Le Divit im Internet gemacht und interessante Sachen gefunden. Der Ort ist in der nahen Umgebung der Ruine des Schlosses Rimaison aus dem 16ten Jahrhundert. In unserem Ort gab es ursprünglich 4 Bauernhöfe, von denen jedoch nur drei erhalten sind. Unser Bauernhof ist der nördlichste und am nächsten dem Schloss gelegen, zu dem er vielleicht dazugehörte, das ist aber nicht bewiesen, da es keine Unterlagen über die Schlossverwaltung mehr gibt. Was sicher ist, das Haus datiert aus der zweiten Hälfte des 16ten Jahrhunderts, es ist also bald 500 Jahre alt.

Die beiden kleinen Häuser sind nicht so alt. Das kleine Haus mit der runden Tür ist zum Beispiel auf dem Kadasterplan von 1828 nicht verzeichnet, aber vielleicht hatten sie es da auch nur vergessen. Früher gab es allerdings noch eine Steinscheune, die nördlich von unserem Haus lag, diese wurde aber mit der Einrichtung der Straße abgerissen.

Zu unserem Ort gibt es auch eine Schleuse am Fluss Blavet, die allerdings schon zu einer anderen Kommune gehört. Der Weg dorthin führt an unserem Grundstück vorbei und ist leider mit Dornen überwuchert. Der Fluss Blavet wurde im Jahre 1823 kanalisert unter Napoleon I. Auch wurde der Wasserstand erhöht, um die Schifffahrt zu erleichtern und insgesamt gibt es 23 Schleusen am Blavet. 1865 wurde jedoch paralell zum Kanal eine Eisenbahnlinie gebaut, und der Kanal wurde nicht mehr genutzt. Die Eisenbahnlinie existiert auch heute noch, dort fahren aber nur Güterzüge, und dies auch nur sehr selten. Manchmal hört man mehrere Tag lang keinen Zug. Was man bei uns aber immer hört ist das Wasserrauschen der Schleuse, man muss aber genau hinhören.

Bei uns in der Nähe ist noch eine andere Schleuse, die des Schlosses Rimaison. Dort haben sie für Kajakfahrer ein Hindernissparcour eingerichtet. Die Kajakfahrer können den Wasserfluss an der Schleuse regeln und es entsteht ein ordentliches Wildwasser. Das Schloss ist inzwischen übrigens ein Golfplatz mit neun Löchern. Es finden sich also immer wieder neue Nutzungsmöglichkeiten. Auch existiert die eigentliche Ruine des Schlosses nicht mehr wirklich, da der größte Teil abgebaut und woanders wieder aufgebaut wurde.

Über unseren Brotbackofen habe ich leider nichts gefunden. Aber wir haben auch eine Quelle auf dem Grund, sie ist allerdings nirgends verzeichnet. Ganz unten am Wegesrand, aber noch auf dem Grundstück ist ein Steinbecken. Wir haben noch nicht nachgeschaut, aber der ehemalige Besitzer hat erzählt, dass früher dort immer Wasser drin war. Das Grundwasser ist bei uns am Haus nur ungefähr 6 Meter tief, das Wasserbecken liegt auf einem tieferen Niveau. Irgendwann müssen wir das mal reinigen und dann sehen wir, ob da noch Wasser ist.

Jetzt werden wir aber erst mal mit den Häusern loslegen. Unseren Ideen haben wir schon zu Papier gebracht, jetzt werden wir uns erst mal einen Architekten für die Bauerlaubnis suchen und dann geht es bald richtig los. Da wir jetzt Internet haben (aber immer noch kein Strom und Wasser), kann ich jetzt häufiger mal bloggen, wir müssen nur noch das Stromproblem beheben. Derzeit sitze ich bei unserem Nachbarn, der nicht da ist, auf der Terasse. Er kommt aber bald wieder, und bis dahin brauchen wir eine eigene Lösung für Strom (und auch Wasser, da wir auch sein Badezimmer benutzen). Wahrscheinlich werden wir uns bald an unserem Brunnen waschen und ein Plumpsklo einrichten.

Ähmm…, letzteres vielleicht nicht wirklich, sondern eher eine Trockentoilette, (was allerdings doch nicht viel anders ist):-)